Die meisten von uns werden irgendwann in ihrem Leben schon einmal einen Aschenbecher entleert haben. Eine ziemlich eklige Angelegenheit, nicht wahr? Vor allem, wenn der Aschenbecher nach der Gartenparty draußen gestanden und es über Nacht geregnet hat. So ein gelber Sud – gut durchgezogen – aus kalter Asche und aufgeweichten, stinkenden Filtern kann einem morgens schon mal auf den Magen schlagen.
Wenn sich in einem Liter Wasser ein solcher Zigarettenstummel befindet, können darin schon keine Wasserflöhe mehr leben. Erhöht man die Zahl der Stummel auf vier Stück pro Liter, würden in diesem Wasser auch keine Fische mehr leben können. Das haben Forschende des Instituts für Toxikologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel herausgefunden. Aber was hat das mit der Kieler Woche zu tun?

Dr. Catriona Clemmesen-Bokelmann und Dr. Nicolas Ory, beide vom GEOMAR, hatten im vergangenen Jahr zusammen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK), der Kanu-Vereinigung Kiel e. V. und dem Kieler Kanu-Klub vor, während und nach der KiWo 2018 Müll an festgelegten Stellen in der Kieler Förde gesammelt. Die Ausbeute wurde dann gezählt und untersucht. Die Wissenschaftlerin und der Wissenschaftler fanden dabei nicht nur heraus, dass das Müllaufkommen in der Förde während der KiWo 20 Mal so groß ist wie sonst, sondern auch, dass sich der Müll vor allem aus Plastikteilen und vielen Zigarettenstummeln zusammensetzte.
Das sollte 2019 nicht mehr so sein – und die Organisatoren der KiWo reagierten prompt mit einem Nachhaltigkeitsprogramm. Dazu gehören neben den Mehrwegbechern, über die ich gestern schon sprach, auch 125 Standaschenbecher und die Bereitstellung kostenloser Aschenbecher für die Tasche durch den ABK. Aus zweien der Standaschenbecher sammeln wir täglich die Zigarettenstummel ein, wiegen sie, um ihre Anzahl zu ermitteln, und stellen die Gesamtmengein einem großen Zylinder in unserem GEOMAR-Zelt aus. So könnt ihr jeden Tag mitverfolgen, wie viele Zigarettenstummel während der KiWo 2019 nicht in der Förde gelandet sind und wie viele Schadstoffe den Organismen dort dadurch erspart blieben.


Müll sammeln Dr. Clemmesen-Bokelmann, Dr. Ory, die Kanuten*innen und die Mitarbeiter*innen des ABK für die Untersuchungen übrigens wieder – freiwillig. Wenn wir also alle unseren Müll dorthin entsorgen, wo er hingehört, dann werden sie in diesem Jahr hoffentlich nicht mehr so viel davon finden.

Viel Spaß beim sauber bleiben, anhaltende Neugier und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!
Eure Jill