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Es beginnt der zweite Teil unserer Forschungsreise. Wir fahren im Moment Richtung Norden in die Labradorsee. Inzwischen ist es mit einer Lufttemperatur um 4°C richtig kalt geworden. Wir sind auf dem Weg zum 53. Breitengrad. Dort liegen fest verankerte Geräte, die zum Beispiel Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff und Strömungsgeschwindigkeiten messen können. Man kann sich das so vorstellen, dass die Messgeräte aufgereiht sind, wie an einer langen Perlenkette. An einem Ende der „Perlenkette“ befindet sich ein Anker, der alles an einer spezifischen Position festhält. Durch Schwimmkörper, die zwischen den Messgeräten positioniert sind, bekommt die ganze Kette Auftrieb und schwebt dadurch senkrecht in der Wassersäule. Diese sogenannten Verankerungen können 2-3 km lang sein und sind das erste Ziel unserer Reise.
Seit 1997 befinden sich Teile der Verankerungen schon an dieser Stelle in der Labradorsee und werden im Abstand von 2 Jahren kontrolliert. Die Position wurde aus gutem Grund gewählt. Die Labradorsee ist ein bedeutender Ort für die Zirkulation des gesamten Ozeans, denn hier befindet sich ein Ort an dem neues Tiefenwasser gebildet wird. Aufgrund von Dichteänderungen sinkt dabei sauerstoffreiches, kaltes und salzreiches Wasser ab. Die Stelle, an der sich die Verankerungen befinden ist besonders, da sich dort ein Knotenpunkt verschiedener Strömungen befindet. Alle dichten Wassermassen des Nordatlantiks kommen hier zusammen und bilden den westlichen Randstrom, der in der Tiefe Richtung Süden fließt. Durch die lange Messreihe ist es möglich Schwankungen in dieser Bildung der Wassermassen zu dokumentieren, was zum Beispiel Schlussfolgerungen über die Stärke des Golfstroms ermöglichen kann. So können auf lange Sicht potenzielle Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeanzirkulation abgeleitet werden.




In den nächsten Tagen werden wir die Verankerungen aus dem Wasser holen, gegebenenfalls reparieren, die Daten aus den Messgeräten auslesen und alles am Ende wieder ins Wasser werfen. Dieser Prozess läuft eigentlich immer gleich ab. Zuerst wird vom Schiff aus ein akustisches Signal ins Wasser gesendet. Dieses Signal löst die Verbindung zwischen Anker und dem Kabel mit den Messgeräten. Die Verankerung fängt dann an, zur Wasseroberfläche aufzusteigen – das liegt an den zu Anfang bereits erwähnten Schwimmkörpern. Anschließend wird von der Brücke Ausschau gehalten, wo die Verankerung genau an die Oberfläche treibt. Dann wird alles Stück für Stück an Bord geholt, gesäubert und demontiert. Erst, wenn die Messgeräte wieder mit neuen Batterien bestückt und die Daten ausgelesen sind, wird alles wieder zusammengebaut und Stück für Stück wieder ins Wasser gelassen. Als allerletztes wird der Anker ins Wasser gesetzt. Er fällt zum Meeresboden und zieht die Verankerung unaufhaltsam mit nach unten.
Abhängig von der Länge, braucht man einige Stunden für diesen Prozess. Pro Tag werden im Idealfall 1-3 Verankerungen abgefertigt. Eine wichtige Rolle spielt bei dieser Arbeit das Wetter. Drei Dinge sind hierbei wichtig: gute Sichtbedingungen, möglichst wenig Welle und Tageslicht. Im Moment ist der Nebel unser größter Gegenspieler, doch meistens verzieht er sich den Tag über und stört uns nur noch, beim Sterne oder Sonnenuntergang beobachten.
Mooring works
The second part of our research journey begins. We are currently heading north to the Labrador Sea. In the meantime, it has become really cold with an air temperature around 4°C. We are on our way to the 53rd latitude. This is the location of permanently anchored measurement devices that can measure, for example, temperature, salinity, oxygen and flow velocities. One can imagine that the measuring instruments are lined up, as if on a long chain of beads. At one end of the “pearl chain” there is an anchor that holds everything in a specific position. With the help of floating devices positioned between the measuring instruments, the entire chain receives buoyancy and thus floats vertically in the water column. These so-called moorings can be 2-3 km long and are the first destination of our trip.
Since 1997, parts of the moorings have been located at this point in the Labrador Sea and are checked at intervals of 2 years. The position was chosen for good reason. The Labrador Sea is an important place for the circulation of the entire ocean, because here is a place where new deep water is formed. Due to changes in density, oxygen-rich, cold and salt-rich water sinks. The location where the moorings are located is special, since there is a junction of different currents. All the dense water masses of the North Atlantic come together here and form the deep western boundary current, which flows in depth southward. Due to the long series of measurements, it is possible to document fluctuations in this formation of the water masses, which can, for example, allow conclusions about the strength of the Gulf Stream. In this way, in the long term, potential effects of climate change on ocean circulation can be deduced.




Over the next few days we will take the moorings out of the water, repair them if necessary, read the data from the measuring devices and finally throw everything back into the water. This process is usually always the same. First, an acoustic signal is sent into the water from the ship. This signal breaks the connection between the anchor and the cable with the measuring devices. The mooring then begins to rise to the water surface – this is due to the floats mentioned at the beginning. Then we look out from the bridge to see exactly where the mooring is floating to the surface. Then everything is brought on board piece by piece, cleaned and dismantled. Only when the measuring devices have been fitted with new batteries and the data has been read out will everything be reassembled and put back into the water piece by piece. The very last thing to do is to put the anchor in the water. It falls to the seabed and inexorably pulls the mooring down with it.
Depending on the length of the mooring, this process takes several hours. Ideally, 1-3 anchorings are completed per day. The weather plays an important role in this work. Three things are important here: good visibility, as little waves as possible and daylight. At the moment the fog is our biggest opponent, but it usually disappears during the day and only disturbs us when we are watching the stars or the sunset.