Die Reise geht los

English version below

Es ist Zeit für die Maria S. Merian aufzubrechen zur Forschungsmission MSM129. Im ersten Teil dieser Mission überquert das Schiff den Atlantik – beginnend in Warnemünde – um nur knapp 10 Tage später St. John‘s in Kanada zu erreichen. Im zweiten Teil geht es dann von St. John‘s durch die Labradorsee zur Spitze von Grönland und von dann bis nach Reykjavik. Dieser Blog soll das Forschungsschiff und seine Bewohner die ganze Reise über begleiten und euch einen Einblick in die Forschung und das Leben an Bord geben.

Maria S. Merian im Hafen Warnemünde (Foto: Abed Hassoun)

Also fangen wir doch gleich mit dem ersten Teil der Fahrt an und der Frage danach, was das Ziel dieser Forschungsreise ist.

Auf jeder Forschungsfahrt bringen die jeweiligen Forschungsgruppen ihre eigenen Messgeräte mit, die sie für ihre Projekte brauchen. Gleichzeitig gibt es aber auch Messgeräte die permanent auf dem Schiff installiert sind. Fest installierte Sensoren sammeln Informationen über oberflächennahe Wassertemperatur, Salzgehalt und Chlorophyll oder auch Strömungsgeschwindigkeit. Die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) hat es sich zur Aufgabe gemacht diese Unterwegsdaten (so genannt, weil sie während der Fahrt – also unterwegs – gemessen werden) langfristig und nachhaltig für Wissenschaft und Gesellschaft zu erhalten und nutzbar zu machen. Dazu gehört, unter anderem, die Qualitätskontrolle und die Bereitstellung in annähernder Echtzeit der Daten.

Bei dieser Ausfahrt stehen diese Unterwegsdaten im Fokus und werden zum eigentlichen Grund der Forschungsfahrt. Das besondere dabei: es treffen die Mitarbeiter*innen aus dem Datenmanagement, die normalerweise von Land aus arbeiten, mit den Wissenschaftler*innen vor Ort zusammen. Ziel der Ausfahrt soll es sein die Verarbeitung und Bereitstellung der Unterwegsdaten zu optimieren. An dieser Aufgabe beteiligen sich gleich mehrere Institute: das MARUM in Bremen, Alfred-Wegner-Institut in Bremerhaven, das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde, das Institut für Chemie und Biologie des Meeres Wilhelmshaven und der Uni Oldenburg, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Hamburg sowie das GEOMAR Helmholtz Zentrum in Kiel.

Das Lotsenboot begleitet uns aus dem Hafen
(Foto: Stefanie Brechtelsbauer)
Durchquerung der Storebæltsbroen (Großer Belt Brücke) (Foto: Gregor Börner)

Den Hafen von Warnemünde haben wir bereits am 25.05 bei bestem Wetter verlassen. Inzwischen befinden wir uns schon etwas weiter entfernt von der Küste und haben die ersten Gewitter erlebt. Es sind noch nicht alle Messgeräte eingeschaltet – einige dürfen nicht immer und überall genutzt werden, denn auch auf dem Wasser müssen Ländergrenzen beachtet werden. Auf unserem Weg durch Kattegat, Skagerrak und an der Ostküste Großbritanniens vorbei kreuzen wir einige nationale Gewässer. Erst in internationalen Gewässern haben wir die Erlaubnis alle Messgeräte dauerhaft anzuschalten.

Blitz schlägt in die Ostsee ein (Foto: Stefanie Brechtelsbauer)

The journey begins

It’s time for the Maria S. Merian to embark on the research mission MSM129. In the first part of this mission, the ship will cross the Atlantic—starting in Warnemünde and reaching St. John’s in Canada around 10 days later. In the second part, it will travel from St. John’s through the Labrador Sea to the tip of Greenland and then on to Reykjavik. This blog will accompany the research ship and its inhabitants throughout the journey, providing you with insights into the research and life on board.

Maria S. Merian in the harbour of Warnemünde (Photo: Abed Hassoun)

So let’s start with the first part of the journey and the question of what the goal of this research trip is.

On every research trip, the respective research groups bring their own measuring devices that they need for their projects. At the same time, there are also devices permanently installed on the ship. Fixed sensors collect information about surface water temperature, salinity, and chlorophyll, as well as current speed. The German Marine Research Alliance (DAM) has made it its mission to preserve and make these underway data (so-called because they are measured while underway) long-term and sustainably usable for science and society. This includes, among other things, quality control and the provision of the data in near real-time.

This expedition focuses on these underway data and has become the main reason for the research trip. The special aspect of this is that data management staff, who normally work from land, will join the scientists on site. The goal of the trip is to optimize the processing and provision of the underway data. Several institutes are involved in this task: MARUM in Bremen, Alfred Wegener Institute in Bremerhaven, the Institute for Baltic Sea Research in Warnemünde, the Institute for Chemistry and Biology of the Marine Environment in Wilhelmshaven and the University of Oldenburg, as well as the GEOMAR Helmholtz Center in Kiel.

The pilot is helping to navigate the ship out of the harbour
(Photo: Stefanie Brechtelsbauer)
Crossing of the Storebæltsbroen
(Photo: Gregor Börner)

We left the port of Warnemünde on May 25th in the best weather. By now, we are already a bit further away from the coast and have experienced the first thunderstorms. Not all measuring devices are switched on yet—some cannot be used all the time and everywhere because, even on the water, national borders must be respected. On our way through the Kattegat, Skagerrak, and along the east coast of Great Britain, we cross several national waters. Only in international waters are we allowed to turn on all the measuring devices permanently.

Lightning striking the Baltic Sea (Photo: Stefanie Brechtelsbauer)