
Die Insel Terceira im Hintergrund, eine riesige Schule von Gemeinen Delfinen, die das Schiff begleitet, Sonnenschein und ruhige See: Einen besseren Start für unsere Expedition „ISAAC“ auf der Fahrt M202 des Forschungsschiffs Meteor kann man sich nicht wünschen. Am 21. Juli verließ die Meteor den Hafen von Praia da Vitória, Terceira (Azoren), um sich auf eine Reise zur Erforschung der unbekannten Tiefsee zu begeben. An Bord befindet sich ein 29-köpfiges Team aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern aus sechs verschiedenen Ländern und zehn Instituten. Die Meteor wird von einem 33-köpfigen Team betrieben, das aus dem Kapitän, den Offizieren und der Mannschaft besteht. Die Gewässer um die Inselgruppe der Azoren im Atlantischen Ozean sind reich an einer vielfältigen Tierwelt. In diesem Gebiet jagen tief tauchende Zahnwale in unmittelbarer Nähe zueinander und ernähren sich von verschiedenen Arten von Beutetieren wie Tintenfische und Fische in unterschiedlichen Tiefen und Entfernungen von der Küste. Um diese Wale zu schützen, ist es wichtig zu verstehen, was sie fressen, welche ozeanografischen Bedingungen in der Umgebung der Wale und ihrer Beute herrschen und wie die Beute der Wale in der Wassersäule verteilt ist. Dies sind die Hauptziele des kooperativen Projektes während M202. Wir werden Daten von sechs Tiefseestationen in 800 bis 1800 m Tiefe in der Nähe der Insel Terceira sammeln. Um die in der Tiefsee lebenden Organismen zu beobachten, werden wir Schleppkamerasysteme einsetzen, Tintenfische mit Schwachlichtkameras anlocken und die Vielfalt der Beutetiere anhand von Umwelt-DNA (eDNA) untersuchen. Außerdem werden wir mit akustischen Untersuchungen, Netzen und anderen Instrumenten analysieren, wie viel Beute es gibt, und Experimente an Bord durchführen. Wir interessieren uns auch für die Meeresströmungen und die Wasserbewegung in diesem Gebiet, um die Verteilung der Beutetiere besser zu verstehen, und werden daher die Geschwindigkeit und Richtung der Wasserströmung messen. Für all diese verschiedenen Disziplinen, Techniken und Ansätze haben wir Experten an Bord.
In den nächsten Tagen und Wochen möchten wir Euch mit auf unsere wissenschaftliche Reise nehmen und einen Einblick in die Teams an Bord und die Geräte und Methoden geben, die wir einsetzen, um die Tiefsee des Nordatlantiks besser zu verstehen.
Grüße von Bord des Forschungsschiffs METEOR,
Véronique Merten (Fahrtleitung M202 im Namen aller TeilnehmerInnen)
